Natur    
 
 
      Dünung
 
      Meeresbauschen,
Wellenrauschen,
ich mag lauschen
Überschwang
in dem Klang
stundenlang.
  Natürlicher Genuß  
 
In Natur die Augen schließen,
einfach ihren Klängen lauschen,
sie wie die Musik genießen,
Singen, Zwitschern, Summen, Rauschen.
  Ständig zischt
diese Gischt
fortgewischt.
Neue Wellen
schäumend schnellen,
laut zerschellen.
  Darin alle Welt vergessen  
  mit den Nöten und Problemen,
nicht mehr von sich selbst besessen,
diesen Augenblick sich nehmen.
  Die Gewalt
brechend knallt
widerhallt.
Wasserspiel,
reich und viel,
ohne Ziel.
 
  Die Libelle  
 
  Zarte Flügel transparent
schillern in dem Sonnenstrahl,
tanzen zickzack ganz behend
suchen nach Insektenmahl.
  Möwenflug
 
  In dem Schilf ein Resident,
schwebt sie stockend her und hin
mutet an wie transzendent,
diese Schönheitsköigin.
  Kraftvoll gleiten weiße Schwingen:
Möwen sind auf ihrer Reise.
Rhythmisch dumpfe Schläge klingen,
kreischend zieh'n sie weite Kreise,
um dann steil herabzufallen,
blitzschnell mit dem Kopf zu tauchen,
ihre Beute festzukrallen,
spitz den Schnabel zu gebrauchen.
Langsam steigend streichen Schwingen
von dem Wasser hoch hinauf,
rhythmisch rauschend Schläge klingen
wieder in des Flugs Verlauf.
  Metamorphose  
 
  Strahlend gelb der Löwenzahn
siegt auf Wiesen, Wegesrainen,
Eingefärbt wie in Safran
viele kleine Sonnen scheinen.
   
 
  Über Nacht im Löwenzahn
schöpferische Kräfte walten,
flauschig, zart wie Filigran
weiße Bällchen sich entfalten.
   
 
  Kriegerisch vom Löwenzahn
Fallschirmspringer sacht entschweben
und erobern voll Elan
mit dem Wind ein neues Leben.
   
 
 
Sommeridyll
 
Überm Teich ein Schwarm von Schnaken,
schnarrend drunten Frösche quaken,
die im Wasser freudig rudern.
 
Gräser sichtbar Pollen pudern
über artenreiche Pflanzen.
Um die Blüten Falter tanzen.
Intensiv Holunderdüfte
zieh'n in sonnenklare Lüfte.
Vögel in gemischten Chören,
kaum zu sehen, nur zu hören.
Drähte glitzernd weithin streben,
wild und kreischend Möwen schweben.
Frieden überall zu spüren,
wo ihn Menschen nicht berühren.
 
 
    Zwischen Traum und Tag
     
  Eintagszauber   Ein Abendwandel in Geräuschen,
in Farben und der Atmosphäre.
Die Sinne lauschend blind sich täuschen,
entgleiten fort ins Visionäre.
 
  Weiß ein Meer aus Eiskristallen,
fein gefächert wie Korallen
ziert das weite Feld.
Silbern blitzend wie Pailletten,
  Der Westwind trägt heran in Böen
Geschichten aus Erinn'rungsfernen,
vertieft die Tiefen, hebt die Höhen
in Euphorie bis zu den Sternen.
  flauschig weiche Funkelketten    
  einer Zauberwelt.
Kurz in Winternacht geboren,
an das Sonnenlicht verloren,
das sein Urteil fällt.
  Glutrotes Licht vorm Untergehen
und alle Tränen je vergossen
in Wehmutsstimmung auferstehen,
ins schwere Herz zurückgeflossen.